Selbstorganisation

Open Space ist eine partizipative Methode, die den Arbeitsprozess von mittleren bis sehr großen Gruppen strukturiert. Unter der thematischen Überschrift werden die Anliegen der Teilnehmenden frei gewählt und selbständig bearbeitet.

Das Wesen von Open Space Workshops liegt darin, dass die Teilnehmenden selber die Themen bestimmen und selbständig für die Ergebnisse des Workshops verantwortlich sind. Wenn das Rahmenthema der Open Space den Nerv der Teilnehmden trifft, die Rahmenbedingungen stimmen und ausreichende Ressourcen zur Umsetzung der Ergebnisse bereit stehen, sind hohes Engagement der Teilnehmenden und handlungsorientierte Ergebnisse sehr wahrscheinlich.

Die Methode Open Space basiert also auf Eigenverantwortung und Selbstorganisation der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Es gibt 4 Open Space Regeln

  1. Die da sind, sind genau die Richtigen.
    Es macht wenig Sinn, an diejenigen zu denken, die nicht teilnehmen oder gerade in anderen Arbeitsgruppen engagiert sind. Nur die, die da sind, haben ausreichend Energie zur Teilnahme aufgebracht und sind bereit, ihre Zeit und Kraft in das Thema des Open Space zu investieren. Das weist sie aus als die Richtigen.
  2. Was auch immer geschieht: Es ist das Einzige, das geschehen konnte.
    Auf Open Space Veranstaltungen hat jeder die Chance, sich nach seinen Möglichkeiten einzubringen und Teil des Ergebnisses zu werden. Alles, was anders hätte sein können, ist jedoch nicht geschehen und daher für den Moment der Veranstaltung bedeutungslos. Wir laden die Teilnehmenden dazu ein, sich auf das zu konzentrieren, was sie miteinander diskutieren, planen und tatsächlich auf den Weg bringen können.
  3. Es fängt an, wenn die Zeit reif ist.
    Es kann immer passieren, dass Mitglieder einer Arbeitsgruppe früher erscheinen oder einzelne erst später dazu kommen. Wichtig ist nicht unbedingt Pünktlichkeit, sondern vor allem der Zeitpunkt, an dem genügend Energie in der Arbeitsgruppe vorhanden ist, um wirklich gemeinsam zu arbeiten. Das kann auch bedeuten, dass Arbeitsgruppen früher Schluss machen, wenn sie das verabredete Thema bereits hinreichend bearbeitet haben, oder länger arbeiten, sofern gegen Ende eine spannende Diskussion entsteht.
  4. Daraus leitet sich auch das vierte Prinzip ab: Vorbei ist vorbei – nicht vorbei ist nicht vorbei.

Das Gesetz der zwei Füße

Das „Gesetz der zwei Füße“ ist zentraler Ausdruck des Prinzips der Selbstverantwortung der Teilnehmer und der Freiwilligkeit der Teilnahme. Wenn ein Thema für einen Teilnehmer nicht mehr ergiebig ist, ist es ausdrücklich erlaubt, sogar erwünscht, die Gruppe mit seiner Abwesenheit zu beehren. Jeder sollte nur so lange in Arbeitsgruppen verweilen, so lange er/sie es für sinnvoll erachtet und etwas beitragen kann.

Dieses Gesetz kann auch dazu genutzt werden, Vielredner und Selbstdarsteller in ihre Schranken zu weisen – aber das ist nach unserer Erfahrung auf den allerwenigsten Veranstaltungen nötig.

Hummeln und Schmetterlinge

Wenn Teilnehmende das „Gesetz der zwei Füße“ anwenden und ernst nehmen, kann dies zu zwei typischen Erscheinungsformen auf Open Space Veranstaltungen führen, die wir metaphorisch „Hummeln“ und „Schmetterlinge“ nennen.

„Hummeln“ flattern von Gruppe zu Gruppe und bilden eine Brücke zwischen den Themen durch häufige Gruppenwechsel. Sie „befruchten“ dabei die Arbeitsgruppen wie Hummeln ihre Blüten mit Wissen und Erkenntnissen aus denjenigen Diskussionsrunden, an denen sie vorher teilgenommen haben und tragen damit zur Vernetzung dabei.

„Schmetterlinge“ flanieren und pausieren, sind häufiger am „pausenlosen Pausenbuffet“ anzutreffen und sind nur scheinbar Orte der Inaktivität. An diesen Orten kann aber wegweisendes passieren: Nicht selten stecken „Schmetterlinge“ am Buffet ihre Köpfe zusammen und diskutieren Querschnittsthemen oder werten ihre bisherigen Erfahrungen aus. Erkenntnisse aus diesen Gesprächen können dann später in andere Arbeitsgruppen einfließen.

Eine Finalität

Die durchlässige, aber durchdachte Architektur von Open Space Veranstaltungen sorgt dafür, dass sich Wissen und Erkenntnisse gut vernetzen können. Eine konstruktive und einladende Atmosphäre befördert dieses Ziel. Insofern gilt für die Teilnehmer: „Augen auf, mit Überraschungen ist stets zu rechnen“.

(Texte zum Teil entnommen der Website: https://organisationsberatung.net/open-space-methode-open-space-konferenz/)